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architektur.aktuell ist A-sterreichs renommierteste Architekturzeitschrift und erscheint zweisprachig Deutsch/Englisch. Zehnmal jAhrlich informieren Architekturkritiker A1/4ber die wichtigsten neuen Bauten in A-sterreich und weltweit. State-of-the-Art Fotografie sowie Plan- und Datenmaterial dokumentieren umfangreich die baulichen Realisierungen. Essays namhafter Autoren zu Themenschwerpunkten begreifen Architektur als kulturelle Aufgabe. AuAerdem bietet architektur.aktuell ein Panorama von neuen Produkten aus dem Design- und Baubereich. Interviews, aktuelle Ausstellungsbesprechungen sowie Rezensionen von BA1/4chern und Neuen Medien geben eine akzentuierte Orientierung zum aktuellen Diskurs. Veranstaltungskalender und Biografien der prAsentierten Architekten sorgen fA1/4r umfassende Information.
Architektur.aktuell 344, 1/2009: Bauen im Wandel – Neue Horizonte im Entwurf und in der Konstruktion Einführung: Die Architektur des Jahreswechsels Die Ausgabe 344 der Fachzeitschrift Architektur.aktuell markiert einen wichtigen Übergangspunkt. Im Angesicht der globalen Finanzkrise, die Ende 2008 ihren Höhepunkt erreichte, steht die Baubranche vor tiefgreifenden strukturellen und philosophischen Herausforderungen. Diese Ausgabe widmet sich intensiv der Frage, wie sich Entwurfsprozesse, Materialforschung und die Rolle des Architekten in einem sich wandelnden sozioökonomischen Klima neu definieren müssen. Der Fokus liegt auf Resilienz, adaptiver Wiederverwendung und der Notwendigkeit, ökonomische Zwänge kreativ in gestalterische Qualität umzusetzen. --- Themenschwerpunkt I: Adaptive Reuse und die Ökonomie der Bestandserhaltung Angesichts knapper werdender Ressourcen und steigender Baukosten rückt die intelligente Transformation bestehender Strukturen in den Vordergrund. Dieser Schwerpunkt beleuchtet Projekte, die nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Imperativen heraus auf die „graue Energie“ des Bestands setzen. Fallstudie 1: Transformation eines Industriekonglomerats in Zürich-West Detaillierte Analyse des Umbaus einer stillgelegten Maschinenfabrik zu einem gemischt genutzten Quartier (Arbeit, Wohnen, Kultur). Besonderes Augenmerk liegt auf den architektonischen Interventionen, die die industrielle Patina bewahren, während sie gleichzeitig moderne Anforderungen an Belichtung, Akustik und Energieeffizienz erfüllen. Untersucht wird der Einsatz von leichten, vorgefertigten Modulen, die in die bestehende Tragstruktur eingehängt wurden, wodurch massive Eingriffe in die historische Substanz vermieden werden konnten. Die Herausforderung der Integration neuer Erschließungssysteme in das kleinteilige Raster der Altbauten wird ebenso diskutiert wie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umnutzung. Fallstudie 2: Wohnungsbau als Mikrokosmos – Sanierungswelle in Leipzig Präsentation von drei exemplarischen Sanierungsvorhaben im Leipziger Bestand, die zeigen, wie durch gezielte Eingriffe in die Gebäudehülle und die Optimierung der Grundrisse der Wohnwert bei minimalem Eingriff in die Bausubstanz gesteigert werden kann. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachrüstung von außenliegendem Sonnenschutz und der Verbesserung der thermischen Beharrlichkeit durch innenseitige Dämmung, welche die Fassadenoptik weitgehend unangetastet lässt. Die Finanzierungsmodelle, die auf einer Kombination aus kommunalen Förderungen und innovativen Genossenschaftsformen basieren, bieten ein Modell für andere ostdeutsche Städte. Expertenbeitrag: Von der Abrisskultur zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen Ein tiefgehender Essay des Materialwissenschaftlers Dr. Klaus Richter erörtert die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels von der linearen zur zirkulären Bauwirtschaft. Richter präsentiert erste Konzepte für die „Demontierbarkeit“ von Neubauten und die systematische Katalogisierung von Bauteilen zur Wiederverwendung. Er argumentiert, dass die vorausschauende Planung der späteren Demontage ein neues Qualitätsmerkmal im Entwurfsprozess werden muss. --- Themenschwerpunkt II: Konstruktive Innovation unter Sparzwang Die Krise zwingt Planer, über das reine Material hinaus die Effizienz jedes einzelnen Bauteils zu hinterfragen. Dieser Abschnitt untersucht, wie durch die Optimierung von Verbindungen, die Reduktion von Materialüberschuss und den Einsatz neuer digitaler Planungswerkzeuge Kosten gesenkt werden können, ohne die architektonische Qualität zu kompromittieren. Feature: Leichte Konstruktionen und die Faszination des Tragwerks Vorstellung innovativer Holz-Hybrid-Systeme, die den Einsatz von Stahl und Beton auf ein Minimum reduzieren. Im Zentrum steht ein Entwurf für eine temporäre Messehalle in Basel, die fast ausschließlich aus Brettsperrholz (CLT) in Verbindung mit neuartigen Steckverbindungen besteht, die eine schnelle Montage und Demontage ermöglichen. Die Analyse konzentriert sich auf die statischen Nachweise und die visuelle Wirkung der freigelegten Holzstrukturen, die eine warme und ehrliche Ästhetik erzeugen. Detailbetrachtung: Die Wiederentdeckung des Mörtels Eine technische Abhandlung über moderne Kalkzementputze und deren Rolle in der feuchtigkeitsregulierenden Gebäudehülle. Im Kontrast zur allgegenwärtigen Kunststoffdämmung beleuchten die Autoren die Vorteile historisch erprobter Materialien, die in modernen, diffusionsoffenen Mehrschichtsystemen neu interpretiert werden. Gezeigt werden Beispiele, bei denen die Putzschicht nicht nur Wetterschutz, sondern integraler Bestandteil der bauphysikalischen Strategie ist. --- Projekte im Fokus: Grenzbereiche des Bauens Dieser Abschnitt präsentiert ausgewählte Realisierungen, die durch ihren kontextuellen Bezug und ihre gestalterische Stringenz hervorstechen. 1. Das Laborgebäude am Stadtrand: Ein Forschungszentrum, dessen Fassade durch ein modulares System aus recyceltem Aluminium definiert wird. Die Fassade reagiert dynamisch auf Sonneneinstrahlung und stellt eine Metapher für die wissenschaftliche Arbeit im Inneren dar. Die Herausforderung lag in der Herstellung der komplexen, nicht-standardisierten Einzelteile zu einem vertretbaren Preis. 2. Öffentliche Bibliothek in Vorarlberg: Ein kompakter Baukörper, der durch eine umlaufende Galerie strukturiert wird. Die Bauweise ist eine Hommage an die regionale Bautradition, jedoch mit modernsten Dämmstandards und einem Fokus auf natürliche Belichtung durch Oberlichter, die tief in den Grundriss Licht lenken. --- Architekturtheorie und Kritik Essay: Die Ethik des Entwerfens in der Rezession Der renommierte Kritiker Dr. Lorenz Mayer reflektiert über die gesellschaftliche Verantwortung des Architekten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Er mahnt eine Abkehr von der „Spektakel-Architektur“ und eine Hinwendung zu Entwürfen, die Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit und soziale Relevanz in den Vordergrund stellen. Mayer argumentiert, dass wahre Innovation heute nicht in der Form, sondern in der intelligenten Organisation von Ressourcen und Prozessen liegt. Die Kritik richtet sich gegen unnötige Komplexität, die den Bau verteuert und die Nachhaltigkeit im Betrieb gefährdet. --- Ausblick und Termine Ausstellungshinweis: „Tragwerk und Haut – Neue Fassadenologien in der Schweiz“ Veranstaltungskalender für das erste Quartal 2009. Buchrezensionen zu aktuellen Publikationen über nachhaltige Stadtentwicklung und BIM-Methoden (Building Information Modeling). --- Zusammenfassung der Ausgabe 344: Diese Ausgabe von Architektur.aktuell bietet eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen architektonischen Praxis. Sie stellt konstruktive Lösungsansätze für die Herausforderungen der Wirtschaftskrise vor, indem sie die Wertschätzung für den Bestand, die Notwendigkeit zirkulären Bauens und die Suche nach materialeffizienten, ästhetisch überzeugenden Konstruktionen in den Mittelpunkt stellt. Die Beiträge zeigen, dass notwendige Sparsamkeit nicht zu Lasten der architektonischen Qualität gehen muss, sondern diese vielmehr neu definieren kann.